An Account of the Battle of Kolin
by a Norwegian Volunteer
serving with the Prussians
(German Text with English Translation)


German Text

Das Hauptquartier war an dem Dorf Werbschau, woran der linke Flügel stiess, der rechte aber streckte sich gen Kaurzim zu. Vor unserer Front lagen also die Defilees von Planiany, Durch diesen Marsch kamen wir für die rechte Flanke des Feindes zu kampieren.

18. Juni. An diesem Tage kann man den Wechsel des Glückes, aber vielmehr die Hand des Herrn durch Ziel und ganze Setzung menschlicher Absichten und Unternehmen deutlich ersehen.Um drei Uhr morgens wurde die Armee en ordre de bataille rangiert. Man konnte aber des starken Nebels halber vom Feinde gar nichts sehen' und glaubte man, weil keine Zelter in sein gestriges lager vorhanden, dass derselbe gewichen und niocht standhalten wolle. Wie das Wetter aber klar ward, bemerkte man, dass er nicht gewichen, sondern sich nur rechts gezogen habe. Es war seine Position diese: Der rechte Flügel streckte sich gen Kretzow, und waren zwischen diesem Dorfe und der Kavallerie vom rechten Fluuml;gel drei Batterien auf der Anhöhe angelegt. Der linke Flügel stiess an Bothorst, wo Tags vorher der rechte gewesen. Die Armee war in drei Treffen rangiert und okkupierte einige gehle Anhöhen. Vor dem Zentrum in einem Defilee lag das Dorf Chotzemitz, mit sechs Bataillonene Panduren besetzt, welche die Eingänge verbarrikadiert hatten.

Seine Majestät, gewahrnehmend, wie der Feind seine Stellung gänzlich geändert, und dass er nicht en front zu attackieren wäre, beordete den Generalleutnant von Tresckow, mit der zweiten Linie hinter Werbschau über das Defilee und gegen Planiany zu marschieren, um die panduren aus der Stadt zu vertreiben. Sobald ermeldeter general nahe genug marschiert, pflanzte er einige Kanonen auf einem kleinen Berge auf, beschoss die Stadt damit, als wodurch die Panduren vertrieben worden. Alsbald wurde durch Planiany defiliert, die erste linie Infanterie nebst der schweren Artillerie durch die Stadt, die zweite Linie linker Hand und die Kavallerie rechter hand, und ging der Marsch längs dem Kaiserwege nach dem Wirtshause Novinnisto, so linker Hand am wege liegt, wo haltgemacht und, nachdem die Kavallerie ihren Posten auf den Flügeln eingenommen, setzte sie um zehn Uhr ab, und begaben sich Seine Majestät mit dero Generalität in erwähntes Wirtshaus, wovon Allerhöchstdieselben am füglichsten die feindliche Stellung ersehen und beurteilen konnten, resolvierten demnächst, die rechte Flanke des Feindes mit einer schrägen Linie zu attackieren, wozu die Order wie folgt erteilt wurde:

Dass nämlich der Generalmajor Hülsen mit sieben Bataillonenund der schweren Artilklerie den ersten Angriff gegen die drei Batterien machen und zu dem Ende längs dem Kaiserweg vorausmarschieren sollte, um die Anhöhen zu gewinnen, und darauf rechts Front machen, damit er die Batterien en flanque attackieren konnte. Unterdessen sollte sich die Kavallerie des linken Flügels hinter dem Korps von Hülsen halten, um, sobald dieses die batterie eingenommen, ihre Attacke gegen die feindliche Kavallerie machen zu können. Die ganze übrige Infanterie sollte stets Front mit den sieben Bataillonen halten, dabei durch zurückhalten des rechten Flügels die schräge Linie zu formieren und nur Order hatten, ermeldete Bataillonen zu soutenieren. Zwei Kavallerieregimenter unter Kommando des generalleutnants von Pennavaire wurden von unserm rechten. den linken zu verstärken, detachiert. Um teils den bei der Bataille von Prag durch gar zu schleunigen Angriff gemachten Fehler zu redressieren, teils auch, um die brennende Hitze in der Mittagsstunde zu evitieren (vermeiden),setzte sich die Armee erst gegen zwei Uhr Nachmittags in Marsch.

Dem Feind wegen diesem langen halt beim Wirtshause bekam Zeit, seinen linken Flügel von sowohl Kavallerie, Infanterie als artillerie zu degarnieren und solches unvermerkt hinter den Anhöhen nach seinem rechten Flügel hinzuschaffen, als wodurch die rechte Flanke ansehnlich verstärkt worden. Man konnte ebenfalls nicht absehen, dass der Feind in mehr als einem Treffen gestanden, da er doch derselben zwei ohne sein Corps de reserve gehabt, wie man nach ersteigung der Anhöhen gewahr ward.

Als die Armee in vorerwähnter Ordnung gegen den Feind anmarschierte, poussierten unsere Husaren einige Österreichische bis gegen Kretzow, wo das ganze Korps von Nadasti sich befand, welches auch auf die Bataillone von Hülsen einige Kanonenschüsse tat, wovon die erste Kugel in ganz gerader Linie kurz vor dem Pferd Seiner Majestät niederschlug und glücklicherweise nicht, wie gewöhnlich, wieder aufschlug. Bei unserer Annäherrung aber zog sich das Nadastische Korps hinter die Anhöhen.

Um diese zeit bemerkte man, dass die feindliche Kavallerie ihre Front veränderte, dass sie einen rechten Winkel mit der Infanterie machte, und dadurch Terrain gewonnen, um der unsrigen Tete bieten zu können. Die dadurch entstandene lücke wurde mit Infanterie ersetztz, welche um so besser die Batterien soutenieren konnten.

Um 2½ Uhr fing der Generalmajor Hülsen die Attacke an, vertrieb den Feind von der ersten Batterie, darauf avancierte derselbe gegen die zweite, pflanzte auf eine Anhöhe bei dem Dorfe Kretzow seine mitführende Artillerie, so aus einigen 12-Pfund-Kanonen und zwei Haubitzen bestand, und beschoss damit eine gute Weile die feindliche Batterie, weklches von den Bataillonsstücken, so am nähesten waren, gleichfalls geschah. das Dorf wurde in Brand gesteckt und gegen die batterie stark avanciert, wovon auch der Feind mit hinterlassung gleichfalls vertrieben wurde.

Während dieses starken Kanonierens wie auch Shiessens aus dem kleinen Gewehr konnte man deutlich sehen, wie der feind sowohl Kanonen als Ammunition nach seinem rechten Flügel in grösster Eile hinfuhr.

Sobald man sich der Kanonen bemeistert, bediente man sich derselben gegen den Feind. Um diese Zeit ward der generalmajor v. Hülsen, dessen Karos sehr gelitten, durch drei bataillone verstärkt, und, da bis dahin alles so gl&uum;'cklich gegangen und alle Anzeichen zum Viktoria da waren, also griff das Zentrum, wiewohl ohne order zu haben, vielleicht damit dessen Anführer mit Anteil an der Gloire haben wollte, das Dorf Chottemitz an, welches, wie gemeldet, stark besetzt war. Es wurde nach einem starken Gefechte eingenommen und verbrannt. Mittlerweile war der Generalmajor v. Hüsen mit der Attacke gegen die dritte grosse Batterie beschäftigt, und was derselbe ganz nahe, wurde aber von einem so entsetzlichen Kanonenfeuer empfangen, dass, da er von keinen frischen Truppen souteniert, er zu weichen genötigt wurde.

Mit dem Angriff der übrigen Infanterie, so sich gegen den ersten Plan engagiert hatte, lief es auch nicht glücklich ab,sondern wurde allenthalben zur schleunigen Retirade gezwungen. Die Kavallerie, so vom ausgestandenen Kanonenfeuer dekontenanciert, anstatt die Retraite der Infanterie, weil es ohnedem Plaine war, zu decken, begab sich gleichfalls auf die Flucht, ungeachtet Seine Majestät in höchster Person selbige zur Attacke enkuragierte.

Solchergestalt wurde das Ausreissen gegen 8 Uhr allgemein und nicht an eine zweite Attacke gedacht, noch viel weniger, laut einigen Berichten, zu sieben Malen attackiert worden. Seine Majestät, sehend, dass dem übel nicht mehr abzuhelfen war, wollte unter Eskorte von einer Eskadron Garde du Corps und dreissig Husaren den Weg nach Prag nehmen, allein, da der Kaiserweg bereits von feindlichen Truppen kupiert war, also eilten dieselben über die Felder nach Nimbourg zu, wohin die flüchtige Armee gleichfalls ihre Retirade nahm und sich daselbst wieder setzte. Aus der hiessigen Garnison nahmen Seine Majestät 200 Mann mit und kontinuierten gegen Mitternacht die Route nach Prag, die Elbe linker hand lassend.

Der Verlust preussischerseits beläft sich zum wenigsten auf 18,000 Mann Tote, Blessierte, Gefangene und Vermisste, wie auch nachstehende fahnen eingebüsst wurden, als nämlich: von Alt-Bevern 8, von Prinz Heinrich 5, von Prinz Moritz 3, von Wied 3, von Anhalt 3, von Hülsen 2, von Manteuffel 2, von Munchow 2, von Schultz 2, Bornstädt 1, Kreutzen 1, Summa 32 Fahnen, 1 Standarte.

Es endigte sich also diese anfänglich zu scheinende glückliche Bataille auf eine so nachteilige Weise für Seine preussische Majestät, welches zum Teil daher zu leiten, dass die Infanterie, so aus der Ordre de Bataille zu ersehen, bei dieser Gelegenheit zu schwach gewesen, um nach der Situation vom Terrain am meisten gebraucht zu werden, da die Force der Armee in Kavallerie bestand.

Insbesondere ist die Lehre daraus zu ziehen, dass, wenn einmal eine gute Disposition zum Abngriff formiert, dieselbe (wenigstens mit dem Gros der Armee) durch glücklichen Sukzess zu verändern sei, da diese Bataille allein durch dem, dass die dritte Batterie mankiert, verlorengegangen, indem, wenn solche okkupiert worden, derselben Kanonen mit den vorher eroberten die ganze feindliche Armee hätte flankieren können,, durch welche Vorteile der Sieg ohne Zweifel preussischerseits geblieben wäre.


English Text

GeneralmajorHülsen was to make the first attack with seven battalions and the heavy artillery against the three batteries and to this end was to march ahead along the Kaiserweg in order to gain the heights, he qwas then to form front to the right in order to attack the batteriesen flanque. At the same time the cavalry of the left wing was to hold behind Corps Hülsen in order to be able to attack the enemy cavalry as soon as the batteries had been taken.

 

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Website "The Seven Years War 1756-63"
©Martin Tomczak 2007

Source of the German text:
Cramer, C., "Sein Heer. Wie es in den Kriegen Friedrichs zuging. Eine Sammlung von Selbsterlebnissen, Dokumenten und Briefe,." Leipzig n.d.